Orchester

Das Akkordeonorchester Müllekoven von 1960

Auftritt in Mondorf: Josef & Co mussten kräftig "am Rehme trecke"

"Ich kann alles", war Werners Statement nach dem Kurzauftritt in Niederkassel-Mondorf aus Anlass des Geburtstags von Mitspielerin Claudia. Na gut: Ganz so hat Werner das nicht gesagt und schon gar nicht gemeint – allenfalls bezog er das darauf, dass er gleichzeitig dirigieren, den Ausblick auf den Rhein mit den vorbeifahrenden Schiffen genießen sowie die einzelnen Stimmen hören konnte. Will heißen der Maestro, der den im Urlaub weilenden "Chefdirigenten" Stephan Weidenbrück würdig vertrat, ist multitaskingfähig (sind sonst meist nur Frauen, die gleichzeitig links nach der Wäsche und rechts nacht den Klammern schauen können). Und er hatte wieder einmal den richtigen Standpunkt. Wobei man allerdings feststellen muss, dass es "andersrum" – also Gesicht zum Publikum mit einem Orchester, das mit dem Rücken zu den Zuhörern die vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffe beschallt – nicht wirklich ein erfolgreicher Auftritt gewesen wäre. 

Urlaubszeit und Wochentag waren zwei Gründe dafür, dass das AOM Müllekoven  (diesmal auf Wunsch der Gastgeberin nicht in "Arbeitskleidung" sondern in roten und weißen Farben) nicht in vollen Besetzung antreten konnte und da das Ganze im Freien stattfand und der Wind nicht nur ein paar Notenblätter und Töne wegzutragen drohte, gab es die Anweisung an Josef, der als Alleinunterhalter die vierte Stimme repräsentierte, die Anweisung, in Abwandlung von "Ajuja" "Treck ens dran, treck ens dran - treck ens dran am Rehme, also den Balg kräftig zu ziehen und zu drücken. Und das ließ sich der so Angespornte nicht zweimal sagen. In der 2b fehlten unter anderem die "musikalischen Stützstrümpfe" Tatjana und Werner, der (siehe oben) den Taktstock schwang. Und so musste es da die liebe Ulla alleine richten.  Da waren die erste und dritte Stimme schon etwas besser dran. Dass Geburtstagskind Claudia "aus gegebenem Anlass" dienstfrei war, versteht sich von selbst. Percussion und Schlagzeug waren besetzt, während in der Bassabteilung Rosi in Abwesenheit von Andi den Verstärker strapazieren musste. Dass sich alle richtig ins Zeug legten und der Sound bei den Gästen der Mondi Beach Bar in des Wortes wahrstem Sinne ankam, wurde spätestens deutlich, als alle bei "Rut sin de Ruse" mitsangen.

Am Ende gab es starken Applaus, so dass sich das AOM zu zwei Zugaben erweichen ließ. Und auch das Geburtstagskind war über das Ständchen der Kolleginnen und Kollegen hocherfreut und ließ sich nicht lumpen, so dass man bei einem "kühlen Blonden" noch eine ganze Weile zusammenstand und den Auftritt ausklingen ließ.

(Fotos: Erberich)

  • 2019-mondorf1.jpg
  • 2019-mondorf2.jpg
  • 2019-mondorf3.jpg
  • 2019-mondorf4.jpg